Akten des Ministeriums des Cultus, später des
Ministeriums für Volksbildung
Schulangelegenheiten der Stadt Siebenlehn
Hier wiedergegeben sind nur die ersten 66 Seiten aus der Zeit bis incl. 1878.
Transkribiert sind nur diejenigen Seiten, die direkt oder indirekt mit Camillo Kreyß in Beziehung stehen.
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Acta
die Schulangelegenheiten zu Siebenlehn betr.
Ergangen vor dem Minist. des Cultus im Jahre 1847.
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An des Königliche Hohe Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts zu Dresden
Gesuch
des Stadtraths zu Siebenlehn. um Auszahlung der für den dritten Lehrer daselbst Hohen Orts verwilligten Summe von alljährlich 50 r/. – ng/ – d/.
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Eing. am 29n März 1848.
Als die mittellose Schulgemeinde Siebenlehn im Jahre 1847 zu Anstellung eines dritten Lehrers genöthigt war, suchte dieselbe durch die Königliche Schulinspection um Bewilligung einer Beihilfe aus Staatsmitteln zu dem dadurch ent=
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stehenden Mehraufwande nach.
Dieses Gesuch hatte den Erfolg, daß das Königliche Hohe Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts Inhalts einer unterm 28n/. Januar 1847. an die Königliche Hohe Kreis-Direction zu Leipzig erlassenen Verordnung der hiesigen Schulgemeinde zu der beabsichtigten neuen Einrichtung ein für alle Male eine außerordentliche Beihülfe von 50 r/. – ng/. – d/. zu gewähren versprach, auch verwilligte,
daß von der dem emeritirten Schullehrer Schlegel ausgesetzten jährlichen Provision alljährlich, so lange derselbe lebe, die Summe von 50 r/. – ng/. – d/. welche somit der Gemeinde bei Salarirung des neuen Lehrers zu Gute gehe, aus Seinem Casten übertragen und von der hierrunter mit Anweisung versehenen Ministerialcassenexpedition verausgabt werde.
In Gemäßheit dieser Hohen Verordnung hat die Schulgemeinde Siebenlehn laut eingesendeter Quittung vom 3n/. April 1847. die erstgedachte außerordentliche Beihülfe [rechts] von 50r/. – ng/. – d/. empfangen, eine Vergünstigung, die wir hiermit wiederholt dankbar anerkennen.
Was jedoch hiernächst die zweitgedachte, als Beitrag zur Schlegelschen Provision verwilligte und somit der hiesigen Schulgemeinde bei Salarirung des neuen Lehrers zu Gute gehende Summa von alljährlich 50 r/. – ng/. – d/. anlangt, so hatte die Königliche Schulinspection im Einverständnisse der Schulgemeinde Siebenlehn beschlossen, daß die Anstellung dieses neuen Lehrers zu Ostern 1848. erfolgen sollte.
Aus uns unbekannten Gründen und jedenfalls, weil die definitive Anstellung des neuen Lehrers nicht drängte, wurde jedoch dieser Anstellungsbeschluß von der Königlichen Schulinspection nicht sofort ausgeführt, vielmehr setzte der geistliche Schulinspector, Herr Superintendent M. Locke zu Nossen, an die Stelle des neuen dritten ständigen Lehrers einen Vicar, in der Person des Schulamtscandidaten Richter, mit einem monatlichen, von der Schulgemeinde zu gewährenden, Gehalte von 10 r/. – ng/. – d/. ein.
Wir glaubten die beschlossene Anstellung
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des dritten ständigen Lehrers für Johannis und längstens für Michaelis 1847. erwarten zu dürfen; allein das Vicariat des Schulamtscandidaten Richter währte bis zum 20n/. dieses Monats; denn erst an diesem Tage trat der dritte ständige Lehrer, der Schullehrer Größel aus Falkenberg, sein neues Lehreramt an hiesiger Stadtschule an.
Zur theilweisen Empfangnahme der Hohen Orts vergünstigten Summe von alljährlich 50 r/. – ng/. – d/. für den dritten Lehrer sendete der unterzeichnete Stadtrath nach Halbjahresfrist, unterm 8n/. October 1847. eine auf 25 r/. – ng/. – d/. als den halbjährlichen, zu Michaelis 1847. fälligen, Unterstützungsbetrag lautende, von dem Herrn Superintendent M. Locke autorisirte Quittung an die Cassenexpedition des Königlichen Hohen Ministeriums ein.
Diese Quittungseinsendung blieb jedoch ohne den verhöfften Gelderfolg, vielmehr erklärte die nur ernannte Cassenexpedition, nach erfolgter Bescheinigung des seit Ostern 1847. Statt findenden Richterschen Vicariats, daß der Hohen Orts verheißene Beitrag [rechts] von alljährlich 50 r/. – ng/. – d/. nur erst von Zeit der Anstellung des dritten ständigen Lehrers gewährbar sei.
Die Königliche Schulinspection, welcher laut der durch Herrn Superintendent M. Locke erfolgten Autorisation der eingesendeten Quittung gleich dem unterzeichneten Stadtrathe und dem Localschulinspector über die Gewährbarkeit der dießfalsigen alljährlichen 50 r/. – „ – „ von Zeit des Richterschen Vicariats an nicht der entfernteste Zweifel beiging, setzte die Schulgemeinde Siebenlehn von dieser abfälligen Resolution der Ministerialcassenexpedition mit dem Bemerken in Kenntniß, daß sie bei so bewandten Umständen der Schulgemeinde zu überlassen habe, sich wegen Perception der 50 r/. – ng/. – d/. unmittelbar an das Königliche Hohe Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts zu wenden.
Deshalb und weil der mit Expedition des beschlossenen Gesuchs beauftragte Localschulinspector inmittels verstorben ist, glaubt der unterzeichnete Stadtrath Pflicht und Beruf zu haben, sich mit diesem Gesuche:
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An das Königl. Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts zu Dresden.
Der unterzeichnete Schulvorstand der vereinigten Schulgemeinde Siebenlehn-Breitenbach erlaubt sich das Hohe Ministerium mit einer Bitte anzugehen und zu deren Begründung Folgendes vorauszuschicken.
Die Schulgemeinde Siebenlehn-Breitenbach zählt 2342 Glieder, wovon 2033 auf Siebenlehn und 309 auf Breitenbach kommen. Die Zahl ihrer Schulkinder beträgt 425. Dieselben werden in 6 Classen von 5 Lehrern unterrichtet. Die ersten beiden Classen, sowie die 6., die Elementarklasse sind doppelt vorhanden, so daß sich eigentlich 9 Unterrichtsklassen ergeben.
An Lokalitäten sind für den Unterricht zunächst vorhanden in dem alten, nach dem Brand der Stadt Siebenlehn 1762 erbauten Schulhaus, zwei Zimmer. Dieselben haben alle Mängel eines alten Hauses, sind namentlich, weshalb das Urtheil des Königl Bezirksarztes sie als gesundheitsnachteilig erklärt, sehr feucht, was wohl namentlich in dem von der Kirche der Schule zu sich neigende abschüssige Boden seine Ursache hat. Ausgrabung der benachbarten Erde konnte nicht helfen. Die Dielen faulen, die Wände sind stets an-
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gelaufen. Mannigfache gichtische Leiden der regulär darin unterrichtenden Lehrer, welche längere und öftere Unterbrechungen des Unterrichts veranlassten, werden davon hergeleitet. Das Licht genügt nicht, die Höhe der Zimmer ist zu gering, Säulen wegen sich nöthig machender Unterstützung der Decke angebracht, hindern den Blick auf die Kinder.
Der ganze Mittelbau des Schulhauses hat sich gesenkt, so daß sich in der oberen Etage, welche die zwei ersten Lehrer bewohnen, Neigungen bis zu ¼ Elle herausgestellt haben. Die Wände sind in der oberen Etage nur von Fachwerk und zeigen viel Baufälligkeit. Die Lehrerwohnungen sind ganz gewiß nicht den Anforderungen des Gesetzes entsprechend.
Die zunehmende Schülerzahl, - es werden in Siebenlehn jährlich 40 Kinder mehr geboren, von denen gewiß 30 auch der Schule mehr zuwachsen – machte die Erwerbung anderer Lokalitäten nöthig. Vom Ankauf hielt man sich bisher aus dem Bewußtsein der Mittellosigkeit fern, zumal da es gelang in der Nähe Räume zu ermiethen, Räume aber, die für die Dauer und unter gegenwärtigen Anforderungen des Schulgesetzes keine Genehmigung mehr finden dürften. der Zugang zu diesen in dem Zetzscheschen Hause, welches gegenüber der alten Schule liegt, zuerst ermietheten zwei Schulzimmern ist ein geradezu gefährlicher zu nennen. Die natürlichen Schwierigkeiten bezüglich der starken Neigung der Straße, die im Winter bei Glätte oft kaum zu überwinden sind, müssen am Ende wohl oder übel in den Kauf genommen werden. Nun kommt aber [rechts] hinzu ein langer Weg durch eine Hausflur, in der der Herr Hauswirth, ein Kaufmann, regulär seine Petroleumfässer liegen hat, ferner ein Weg über den ganz holprig gepflasterten, geneigten Hof. Nachdem man dabei 10 Stufen überwunden hat, gelangt man in das Schulgebäude. Hier führt der Weg unter dreifacher Wendung der doch zu arg ausgetretenen, selbst für Erwachsene nur mit ganzer Vorsicht zu passirenden Steintreppe hinauf ins 1. Stock. Hier sind die zwei Zimmer, eins 80, das andere 90 □ Ellen haltend. Die starke Kinderzahl der Klassen nimmt den Raum so in Anspruch, daß von Verkehr zwischen den Bänken nicht die Rede sein kann, was für die Kinder und Lehrer, vor Allem aber für den Unterricht von bedeutendem Nachtheil ist. Die Bänke sind alten Ursprungs, baufällig und gewiß kein bequemer Sitz für die Schuljugend. Die Heizungsvorrichtungen sind wie das Uebrige recht primitiv.
An Michaelis vorigen Jahres wurden wir genöthigt zu diesen zwei Lokalitäten die uns schon wiederholt gekündigt und darauf gesteigert worden sind, und deren Kündigung jederzeit uns bevorsteht, da der Besitzer die Schulräume zu seinen Privatzwecken besser auszunutzen gedenkt, - noch ein drittes Zimmer, im Ruscherschen Haus, am Markt gelegen, zu ermiethen. Im Parterre befinden sich Lohgerberei, Bäckerei und ein Bierschank. Auch dies Zimmer ist eben nur ein Nothbehelf und als solcher von der Königl. Bezirks-Schul-Inspection gestattet worden. Gleichzeitig mußten wir einen fünften Lehrer anstellen.
In unserer Nothlage, täglich der Kündigung unserer Schullokalitäten gewärtig, zu immer neuen Opfern an Geld, diese Eventualität zu vermeiden gezwungen, dabei von der Mangelhaftigkeit sämmtlicher Schulräume längst überzeugt, kamen wir zu dem Schluß, daß uns aus
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der mißlichen Lage nur Eins retten könne, die Erbauung eines neuen und ausreichenden Schulhauses.
Ueber zwei Jahre lang ist berathen und erwogen worden, theils darüber, wohin man das Haus bauen wolle, theils darüber, woher man die Mittel dazu nehme.
Den alten Schulplatz zum Bauen zu benutzen, war schon um deswillen nicht möglich, weil der Platz zu klein ist und eine Erweiterung nicht zuläßt. Außerdem ist der Untergrund zu unsicher durch das Bergwerk, in das schon einmal das eine Schulzimmer hinunter gebrochen ist. Ferner würde die Kirche durch Ausgrabungen gefährdet, Kirche und Schule hart an einander gerückt werden, weshalb dann der Schule das nöthige Licht fehlte. Endlich würde die Feuchtigkeit des Bodens nicht anders zu neutralisiren sein, als durch einen Hohen und äußerst kostspieligen, für die Schule völlig zwecklosen Terrassen- und Parterrebau, der nach unsren Straßenverhältnissen gar nicht ausführbar wäre.
Außerdem hätten wir dann für die beiden Lehrer Wohnung schaffen müssen, die hier aber eben nicht zu schaffen sind, ebensowenig, wie sich in hiesigem Städtchen noch irgendein Schulzimmer auffinden läßt.- Wo sollten wir endlich die Kinder in der Zeit des Baues unterbringen? Die absolute Unmöglichkeit den alten Platz zu benutzen ließ uns von ihm absehen. Außerdem gedenken wir ihn bei etwaigem Neubau wegen seiner sonst guten Lage ziemlich hoch für unsere Baukasse zu verwerthen.
Viele Plätze sind besehen worden, besichtigt sogar von der Königl. Bezirks-Schul-Inspection. Endlich blieb uns nur einer, der als passend und für alle Zeit ausreichend bezeichnet werden konnte: das an der Nossen-Freiberger Chaussee gelegene Grundstück des Tischlermeister Schneider. dasselbe enthält ca. 127 □ Rth., bietet schönen Turnplatz, großen Gemüse- und Obstgarten, überhaupt so viel Platz, daß für alle Eventualitäten gesorgt [rechts] ist. Mit diesem Grundstück würden wir ein vor ca. 3 Jahren und sehr solid gebautes Haus übernehmen, das Wohnung für vier Lehrer böte. Ein trefflicher Brunnen, in Siebenlehn ein Unicum, da das Bergwerk alles Wasser abgezapft, würde auch unser.
Das neue Schulhaus würde neben jenes Gebäude, frei in den auf dem Plan ersichtlichen Gemüsegarten, bedeutend von der Straße zurückgerückt, nach dem von Baumeister Schuster in Taubenheim gefertigten und von der Hohen Schulbehörde genehmigten Plane erbaut werden. Es würde 5 Classenzimmer, ein sechstes einstweilen als Wohnung für einen Lehrer eingerichtet als Reserve, die nöthigen Warteräume, Conferenz- und Lehrmittelzimmer etc., wie sie das Gesetz vorschreibt, enthalten. Das Gebäude würde in aller, unseren eingeschränkten Verhältnissen angemessenen Einfachheit eine, ja die erste Zierde unserer Stadt sein. Späterer Anbau würde leicht ausführbar sein.
Leider beläuft sich der Kostenanschlag ziemlich hoch, und unsere, vielleicht beispiellosen, ja im ganzen Lande gekannten dürftigen Verhältnisse lassen so lange unsre Pläne Luftschlösser sein, als bis uns die Möglichkeit geboten ist, wenn auch unter immerhin noch schweren Opfern, zu denen wir im Interesse unserer Schule gern bereit sind, - mit bedeutender Unterstützung unserer Finanzen der Ausführung näher zu treten. Wir haben deshalb auch wohl den Kauf des Grundstücks abgeschlossen, aber nur eventuell, d. i. wenn unsere Hoffnungen in Erfüllung gehen.
Das Grundstück nebst Haus soll 19‘500 Mk. Kosten,
der Neubau incl. der innern Ausstattung 36‘947 „ 3 d/.,
die Einrüstung des mitgekauften Hauses ca. 3‘000 „
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Sa; 59‘347 Mk. 3 d/.
Diese ca. 60‘000 Mk. aber aufzubringen sehen wir uns gänzlich außer Stand, und namentlich, wenn wir an die Amortisation dieses Capitals denken, das für unsere Stadt eine ungeheure Bürde auf vielleicht ein halbes Jahrhundert sein müßte, möchte uns gleich gar bange werden.
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Die Stadt muß jetzt von Jahr zu Jahr höhere Abgaben zu Schulzwecken geben, für’s nächste Jahr alleine laut Anschlag
9586 Mk. 65d/., wovon nur
3829 „ 75d/ “ Deckung haben, weshalb
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5756 Mk, 90 d/.
Deficit bleiben, die mit den übrigen Abgaben erhoben werden müssen. Der Satz des Schulgeldes betrug bisher pro Kind 17 [Pf.], von Neujahr 1877. an 20 [Pf.] – Die Zahl der Steuereinheiten Siebenlehns und Breitenbachs betragen zusammen 26‘412. Die Abgaben werden nicht nach Köpfen entrichtet. Das Quotalverhältniß der Abentrichtung der Steuern ist 3/5 auf die Einheiten, 2/5 auf Gewerbsteuer. Kapitalien und Einkünfte hat die Stadt gar keine. Sie nimmt nur pro Jahr aus einigen Grundstücken die winzige Summe von 225 Mk. – Außerdem lasten auf Siebenlehn grad jetzt die Sorge um seine Wasserleitung, die Neueinrichtung seiner, bei so vielen ärmlichen Häusern höchst nöthigen Feuerwehr, bedeutende Armenanlagen und die für das Schuhmachergeschäft, den Hauptnahrungszweig der Siebenlehner, höchst ungünstige Zeit. Das Bergwerk, das früher doch auch einige Nahrung bot, liegt auch ganz darnieder. Eigentlich wohlhabende Leute giebts hier verschwindend wenig. Jeder hat hier eigentlich nicht mehr, als er etwa grade braucht.
Aus solchen Gründen sehen wir uns genöthigt, soll nicht fernerhin das Schulwesen unserer Schulgemeinde schwerer Schädigung ausgesetzt sein, als Bittende vor dem Hohen Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts zu erscheinen und inständig und dringendst zu bitten:
Hochdasselbe wolle huldvollst von unseren bedrängten Verhältnissen Kenntniß nehmen, unser Gesuch erwägen und freundlichst uns geneigtes Gehör geben, wenn wir das Hohe Ministerium um eine – man verzeihe unsere, durch unsere Nothlage bedingte Dreistigkeit – namhafte Summen zum Schulbau und zur Amortisation des zu erborgenden Capitals angehn.
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Wir hoffen auf die Huld und Gnade eines hohen Ministerii, das gewiß von seiten der Königl. Bezirks-Schulinspection schon Kenntniß erhalten über unsere arg darniederliegenden Schulverhältnisse, die eine Aenderung erfahren müssen, soll der Stadt in mannigfachster Beziehung überhaupt aufgeholfen werden. – Ein hohes Ministerium würde sich ein bleibendes Denkmal setzen in den Herzen unserer Schulgemeinde, die vertrauensvoll zu ihm aufschaut. Dieselbe würde durch die huldreiche und eingehende Hülfe eines hohen Ministerii nach wenigen Jahrzehnten schon im Besitz besserer Schulkenntnisse und größerer Intelligenz, die Hand segnen, die ihr zu solchem Fortschritte geholfen hätte.
Wir bitten endlich gehorsamst um die Erlaubniß durch eine Deputation aus unserer Mitte mündlich dem hohen Ministerio zu weiterer Auskunftgabe bereit sein zu dürfen; und bitten deshalb
um eine Audienz bei Se Excellenz dem H. Minister des Cultus und öffentlichen Unterrichts.
Das hohe Ministerium wolle huldvollst uns Antwort uns zugehn lassen, wann es hochdemselben genehm ist eine Deputation aus der Mitte der Vertreter der Schulgemeinde Siebenlehn-Breitenbach zu empfangen.
Der Huld und Gnade eines hohen Ministerii empfiehlt sich unterthänigst und ergebenst
Siebenlehn, den 14. Januar 1877.
der Schulvorstand zu Siebenlehn. [Stempel: Schulvorstand zu Siebenlehn]
Hermann Hildebrand, Pfarrer u. Vorsitzender des Schulvorstandes,
Bürgermeister Dr. Kreyß als Stellvertreter.
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An die Bezirksschulinspection (Amtshauptmannschaft) zu Meißen.
Herr Reg. Rath von Seydewitz.
hierzu 1 Gesuch und 1 Actenstück
Abg. d 26/2 77 Fste
Das unterzeichnete Ministerium hat auf das von der Bezirksschulinspection zu Meißen mittels Berichts vom 20./27. vor. Monats anher überreichte Gesuch der Schulgemeinde Siebenlehn und Breitenbach auf fünf Jahre vom 1. Janr.ds. Js. ab zur Verzinsung und Amortisirung des von derselben wegen des Schulhausneubaues zu erborgenden Capitals eine jährliche Beihilfe von
1200 Mark –„
bewilligt und seine Cassenexpedition angewiesen, der genannten Gemeinde diese Beihilfe gegen vom Vorsitzenden des dasigen Schulvorstandes vollzogenen Quittungen in ½ jahrl. Raten auszuzahlen, was der ins., unter Wiederanschluß der Berichtsbeilagen, zur Verfügung des Weiteren andurch eröffnet wird.
Dresden, am 19. Febr. 1877
Ministerium des Cultus pp. Dr v Grbr [Dr. Karl Friedrich v. Gerber, der Kultusminister]
Cassenanordnung.
Das unterzeichnete Ministerium hat der Schulgemeinde Siebenlehn-Breitenbach, Insp. Meißen, vom 1. Januar 1877 ab auf fünf Jahre zur Verzinsung pp – be-
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willigt und werden Sie hierdurch angewiesen, der genannten pp. – auszuzahlen und mit jährl. 1200 M. in den Jahren 1877 bsm. 1881 bei dem dispos. Fond für Schulausbauten in Ausgabe zu verschreiben.
Dresden, am 19.Febr. 1877.
Ministerium des Cultus pp.
Dr. v Grbr
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An das Königliche Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts. Dresden.
Die gehorsamst Unterzeichneten sagen einem hohen Ministerio für die huldvolle Gewährung einer reichen Beihülfe zur Verzinsung wie Tilgung ihrer Schulbauschuld den herzlichsten und ergebensten Dank.
Da es uns ohne die festgesetzte Beihülfe eines hohen Ministerii nicht möglich sein würde unser Vorhaben auszuführen, so bitten wir hochdasselbe,
es wolle auch für spätere Zeiten, wenn wir uns etwa wieder an die Gnade eines hohen Ministerii zu wenden gezwungen sein werden, uns mit derselben Huld, sowie freundlicher Theilnahme zugethan bleiben.
Der, einem hohen Ministerio ganz ergebene und für alle Zeit dankbare
Schulvorstand zu Siebenlehn.
Hermann Hildebrand, Pfarrer u. Vorsitzender.
Siebenlehn, den 13. März 1877.
[Stempel Schulvorstand zu Siebenlehn]
Anmerkungen